Crouching Tiger…

Rund um die Wasserfälle im Jade Valley wurden Teile von Ang Lees Film “Crouching Tiger, Hidden Dragon” gedreht, der 2001 den Oscar als bester ausländischer Film erhielt. Mister Hu fährt uns hin, für günstige zwei Euro pro Person, nachdem wir bei ihm die Zugfahrkarten für den Nachtzug nach Shanghai gebucht haben. Auch hat er uns ein Sammeltaxi in die etwa 70 Kilometer entfernte Stadt Huangshan, der nächsten Bahnstation, besorgt.

Leider regnet es an diesem Morgen in Strömen, was allerdings den Vorteil hat, dass wir für chinesische Verhältnisse nahezu ungestört im Jade Valley sind. Kurz hinter dem Eingang bieten Sänftenträger ihre Dienste für den glitschigen, steilen Aufstieg an, doch auch wenn das Vergnügen mit umgerechnet 10 Euro erschwinglich ist, treibt mir der Gedanke allein schon die Schamesröte ins Gesicht. Weniger eng sehen das offenbar chinesische Eltern. Ihre dicken Kinder rufen den ausgemergelten Schleppern von oben anfeuernde Sprüche zu.

Huangshan rote Laterne Huangshan Eingang Jade Valley Park Huangshan Jade Valley Park Huangshan Jade Valley Park Huangshan PondHuangshan Jade Valley Park

 

Die Brücke über den Wasserfall war Drehort für den Film, hier stürzt sich die Heldin im festen Glauben an die Liebe in den Abgrund – denn die Sage verspricht das ewige Leben denen, die nie den Mut verlieren. Entsprechend groß ist der Andrang von Verliebten, die sich zum Glück mit Fotos und geschnitzten Liebesschwüren im Bambusbaum begnügen.

Huangshan Jade Valley Park Huangshan Brücke Jade ValleyHuangshan Wasserfall Huangshan Brücke Huangshan Liebes-Bambus Huangshan Jade Valley Wasserfall Huangshan Jade Valley Wasserfall

Auf dem Stein ist das chinesische Zeichen für Liebe aufgemalt. Doch ai kann auch eine heilende Wärme bezeichnen. Angeblich wurden an der Stelle des jetzt hier liegenden Steines vor hunderten von Jahren vier heilende Quellen entdeckt. Wie genau das Eine mit dem Anderen zusammenhängt, wird vor Ort nicht erklärt: Aber dem Touristen ist es egal, das Motiv ist ihm eine Klettertour wert.

Huangshan Ai Huangshan Ai Fotograf Huangshan Ai und J. Huangshan Ai Paar

Der Weg zurück führt durch den Bambuswald… Der wächst so schnell, dass er als billiges Material für alle Bauvorhaben in Südchina benutzt wird. Sogar Baugerüste für Wolkenkratzer sind daraus gemacht.

Huangshan BambuswaldHuangshan Bambuswald Huangshan Bambuswald

 

Nach einer stundenlangen Kreuzfahrt im Sammeltaxi auf der Suche nach weiteren Passagieren erreichen wir endlich Huangshan Stadt. J. schimpft so lange auf Shanghainesisch, dass der Fahrer uns schuldbewusst den Fahrpreis für das Kind erlässt.

Die Stadt ist in rot getaucht: Übermorgen ist das langerwartete Jubiläum der Volksrepublik. Bis zur Abfahrt des Zuges ist nicht mehr viel Zeit, trotzdem lassen wir uns von einem Taxi in die Altstadt kutschieren. Das Kind bekommt in der Einkaufsstraße frisch geröstete Maronen und ein paar Zuckerbonbons zum Glück.

Huangshan City Huangshan City EinkaufHuangshan City Einkaufsstraße Huangshan City Bahnhof

 

Der Nachtzug ist pünktlich und halbleer, so kurz vor den Feiertagen reisen die Menschen nicht mehr in die Stadt, sondern nehmen den umgekehrten Weg, heim aufs Dorf. Schließlich ist in diesem Land ohne Urlaubsanspruch für viele Arbeiter die staatlich verordnete Ferienwoche zum Nationalfeiertag neben den zwei Wochen zum Chinesischen Neujahr und ein paar Tagen Anfang Mai zum Tag der Arbeit die einzige Zeit, um die Familie zu sehen.

Huangshan Nachtzug

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