Bye bye – willkommen zurück

Am Ende geht alles viel schneller als gedacht zu Ende. Ein letztes Mal mit dem rumpelnden Fahrstuhl aus der 11. Etage nach unten. Ein letztes Mal vorbei an dem in China obligatorischen uniformierten Wachdienst vor dem Haus. Ein letztes Mal vor die Mauer treten und ein Taxi herbeiwinken an der Ecke. Bye bye, Peking…

Weil sich das Gepäck magisch verdoppelt hat und mein Rucksack dabei immer kleiner geworden ist, kaufe ich am Bahnhof noch schnell einen Koffer. Das heißt, so lautet mein Plan. Nach anderthalb Stunden Herumirren in Shoppingsmalls und improvisierten Märkten habe ich die Wahl zwischen Monstertaschen aus Plastikbahnen (in dem bekannten rotblauen Design, wie man es überall in Asiens Zügen sieht) und zwei ziemlich verstaubten Koffern mit Rollen, die beide stinken wie eine Chemiefabrik.

Leider geht der Reißverschluss des ersten Koffers dem Verkäufer schon beim Herunterheben kaputt, auch wenn mich der Verkäufer zunächst gestenreich überzeugen will, dass dem nicht so ist. Ich kaufe den anderen, er kostet umgerechnet 18 Euro, J. hätte wahrscheinlich nur die Hälfte bezahlt, aber ich beruhige mich damit, dass der Händler mit dem kaputten zweiten Koffer ja auch sein Päckchen zu tragen hat. Als ich mit meinem Koffer durch die Tür marschiere, sehe ich, dass der mit dem kaputten Reißverschluss wieder ins Regal gewandert ist.

Peking 1361

Die Ironie daran ist, dass der Koffer zur Hälfte vollgestopft ist mit chinesischer Medizin, zur anderen Hälfte mit chinesischen Second Hand Kleidern fürs Kind. Da in China jeder nur einen Sprössling hat, wollen nicht mal die Armen diesem Abgelegtes anziehen, informiert mich Y. – ein Umstand, der ihr dank Berliner Sozialisation das Herz zum Rasen bringt. Was Y.s Putzfrau nicht wollte, schleppen wir also nun nach Berlin. Das L. zu klein gewordene Fahrrad passt leider in den Koffer nicht rein, bedauert das Kind.

Peking 1384Peking 1375Peking 1378Peking 1365

Zehn Stunden später hat uns die Heimat wieder. Berlin, wat ham wa dir vamisst.

Peking 1387

Advertisements

Vom Glück, kein chinesischer Schüler zu sein

Nach den Feiertagsferien heißt es für das Kind morgens: Angetreten zum Fahnenappell. Schulbesuch in Peking. Zusammen mit L., dem chinesischen Berliner, der die Aufgabe übernimmt, das Kind durch den unbekannten Schulalltag zu navigieren.

Schule PekingSchule PekingSchule PekingSchule Peking

Das Kind fällt auf. Weil es nicht im weißen Trainingsanzug mit rotem Halstuch, der hiesigen Schuluniform, durchs Tor schreitet. Und weil es nicht wirklich mithalten kann, wenn es mit Gleichschritt im Gänsemarsch im Kollektiv durchs Schulhaus geht. Wenigstens ist die Verständigung im Unterricht kein Problem: “Man muss nur den Mund halten in der chinesischen Schule und gerade dasitzen, es redet sowieso nur die Lehrerin”, so der Bericht hinterher.

Schule Peking Schule PekingSchule PekingPeking 1154

Etwas schockierend ist für das Kind allerdings die Erkenntnis, dass das Stillsitzen und Zuhören auch für den Musikunterricht gilt.

Egal, nach Schulschluss darf auch der chinesische Nachwuchs mal kurz blödeln. Wenn auch nur auf dem Sportplatz und nur, weil der Besuch aus dem Ausland daneben steht.

Peking 1161Peking 1163Peking 1167Peking 1165

Zumal auch L. als Ausländer gilt, obwohl er eine chinesische Mutter und einen chinesischen Vater hat. Doch seine Mutter hat einen deutschen Pass, so einfach wird man ausgebürgert in China. Kinder von Eltern ohne chinesische Pässe können per se keine Chinesen sein.

Das scheint einem Angehörigen eines sich ständig vom Aussterben bedroht sehenden Volkes (das jedem Menschen mit deutschem Schäferhund mit Vergnügen einen deutschen Pass gewährt) absurd. Doch die Chinesen haben mit dem Aussterben ja bekanntlich weniger Probleme, zumindest aktuell.

Der Ausschluss von passfremd Gezeugten hat jedoch einen ganz anderen Grund. Ausländer müssen horrende Gebühren zahlen für Kindergärten, Schulen, Universität, aber auch für Gesundheitsfürsorge, von den Gebühren für die jährlich zu verlängerenden Aufenthaltstitel ganz zu schweigen. Dabei geht es weniger um die zeitweilig hier arbeitenden Deutschen, Franzosen, Amerikaner, sondern um die Auslandschinesen, die der Wirtschaftsboom und die unternehmerischen Chancen zurück in ihr Heimatland lockt…

Einen Vorteil hat diese Exkursion in die Pekinger Schule auf jeden Fall: Die Schule in Berlin erscheint dem kleinen Weltreisenden nun endgültig als Hort der Glückseligkeit.

IMG_0141IMG_0147IMG_0149IMG_0150IMG_0143

Auf die Mauer hoch zu Ross

Weil ein Besuch in China ohne einer Wanderung über die sagenumwobene Chinesische Mauer nicht zuende gehen darf, nutzen wir den Sonntag zu einem Ausflug nach Art der gehobenen chinesischen Mittelschicht. Zusammen mit Y., ihren Nachbarinnen und deren Kindern geht es ab nach Mutianyu, einem Abschnitt der chinesischen Mauer, etwa 70 Kilometer von Peking entfernt.

Die Fahrzeit ist jedoch bedeutend länger als es diese Strecke vermuten lässt: Stadtplanung in China ist ein Glücksspiel, das heißt, man baut erst einmal Autobahnen, oft einfach übereinander, doch an die Abfahrten denkt man zuletzt. Wenn sich die richtigen Leute dann beklagen, reißt man die alte Autobahn wieder ab und setzt jetzt ein Drehkreuz ein, bevor man baut. Leider überdenkt man dabei auch nur die Bedürfnisse des aktuellen Tages. So dass man vermuten könnte, dass Autobahnen in China ein bewusst kalkuliertes staatliches Beschäftigungsprogramm sind.

Sei’s drum, irgendwann bringt uns die Autobahn aus Peking hinaus Richtung Mutianyu. Früher war das hier eine Gegend, in der Kolchosebauern Obst für ganz China anbauten. Heute liegen die Apfelhaine verwaist und verwildert am Straßenrand, denn mit dem Ausbau des Straßennetzes kommt der Wohlstand jedes Wochenende aus Peking mit dem Jeep angerollt.

Peking Mutianyu

Die einstigen Obstbauern haben ihre Höfe zu “Landhotels” umgerüstet und servieren dem nostalgischen Städter gegrillte Forellen und Gemüsespeisen nach längst vergessen geglaubtem nordchinesischem Rezept. Dazu gibt es Mühlen und kleine Wasserfälle, die Kellnerinnen tragen traditionelle Kleidung, und die verwöhnten dicken Kinder werden beim Paintball für ein, zwei Stunden von den Eltern ferngehalten. Wenn die Brut nach noch mehr Entertainment dürstet, müssen die Ackergäule für ihr Stroh zum Einsatz kommen: Ausritte sind bei Pekings Eliten gefragt. Dass die Pferde ihre besten Tage längst hinter sich haben und jedes Wochenende ab sechs Uhr morgens die Sporen bekommen, interessiert hier niemanden. Am allerwenigsten die Besitzer.

Peking MutianyuPeking Mutianyu

Denn einmal zur Mauer hoch- und wieder zurückreiten kostet umgerechnet 20 Euro, das ist mehr, als ein Fabrikarbeiter an drei Tagen verdient.

Das Kind saß zwar noch nie auf einem Pferd, außer auf einem Pony zum Straßenfest. Doch der Gruppenzwang macht es möglich, und eh ich es mich versehe, ist das Kind weg.

Peking MutianyuPeking Mutianyu

Leider entscheide ich mich aus Angst vor Pferden, die Strecke nach oben zu Fuß zu gehen. Deshalb entgeht mir auch, dass der Pferdebesitzer, der zunächst mitreitet, plötzlich umdreht, um neue Kunden zu gewinnen, und das Kind von jetzt an allein im Sattel sitzt.

Als ich endlich oben erscheine, fängt die eigentliche Kraxelei erst an. Denn die als Schutz vor den Barbaren errichtete Mauer ist nicht nur über 6000 Kilometer lang, sie zieht sich auch in steilen An- und Abstiegen über den Kamm. Fast senkrecht geht es die Treppen nach oben, kaum angelangt, geht es durch Schutztürme und Steinbögen senkrecht hinab. Jetzt verstehe ich auch, warum Chinesen immer fotografieren: Das verschafft neben schönen Ausblicken auch immer wieder Luft.

Peking Mutianyu

Peking MutianyuPeking MutianyuPeking MutianyuPeking MutianyuPeking MutianyuPeking MutianyuPeking Mutianyu

Kein Wunder, dass mein Vorschlag, auf der Mauer zu wandern, schon vorher auf Ablehnung stieß. Die Kinder und auch die Nachbarinnen haben ohnehin nur ein Ziel. Die Sommerrodelbahn von Mutianyu interessiert mehr als ein jahrtausendealtes Gemäuer, das man nur der Legende nach vom Mond sehen kann.

Für umgerechnet drei Euro geht es im “Schlitten” den Berg hinunter und mit der Seilbahn wieder hinauf. Am Ende trägt das Kind ein T-Shirt mit dem Aufdruck “I climbed the Great Wall” und ich kraxele allein die Treppen hinunter und wieder hinauf.

Peking MutianyuPeking Mutianyu

Der Spätherbsttag endet frostig. Gegen fünf geht die Sonne unter und es wird in Sekunden kalt. Das Kind ist entkräftet und schläft beim Ritt ins Tal auf dem Pferderücken ein. Fast gleichzeitig machen sich die Tagesausflügler auf den Rückweg nach Peking, die Jeeps rollen im sehr langsamen Schritttempo die Zubringerstraße zur Autobahn. Deshalb brauchen wir nach Hause doppelt so lang.

Peking Mutianyu

Tanz um die goldene Peking Ente

X., der einen Frühling in Berlin einst auf meinem Rad verbrachte, hat uns eingeladen. Peking Ente im Separee in einem Lokal in Chaoyang, dem Business-Distrikt der Stadt, in dem die Dichte der Restaurants nur übertroffen wird von ihrem Preis. X. arbeitet jetzt als Chefredakteur einer wichtigen Zeitschrift, Zeit hat er deshalb kaum noch. Nach unserem Essen geht er zurück ins Büro, an einem Sonntag nachts um elf.

Die Lust am Essen lässt sich X. dennoch nicht vermiesen, seit Wochen freut er sich auf diesen Abend, den er ganz unchinesisch mit langem Vorlauf angekündigt hat. Am Ende sitzen eine Autorin, zwei Journalisten, ein Poet, eine Kuratorin, ein Geschäftsmann und ein deutscher Filmcutter mit Wohnsitz in Hollywood mit X. um den runden Tisch.

Als Vorspeise serviert wird grüner Salat, für China ganz untypisch, denn die Chinesen halten rohe Kost für Gift. Doch da X. stolz ist auf seinen Berlin-Aufenthalt, hat er eigens den Chefkoch instruiert, der einen echten deutschen Salat mit Dressing gezaubert hat.

Um den Essgewohnheiten der Deutschen zu entsprechen, erhalten alle Tischgäste gleich zu Beginn eine Schale Reis serviert. Normalerweise gibt es in China bei einem festlichen Essen gar keinen Reis, denn Reis gilt als Sättigungsbeilage und als Zeichen, dass der Gastgeber beim Auftafeln der echten Delikatessen zu geizig war. In einfacheren Lokalen geht ein “Reisboy” mit einem Eimer herum, aus dem er nach Bedarf (und in der Regel gegen Ende des Essens) den Gästen mit einem Schöpflöffel Reisportionen in winzigen Schälchen serviert.

Peking 1084Peking 1085Peking 1086Peking 1100Peking 1091Peking 1089

Doch jetzt erwartet uns das eigentliche Ereignis des heutigen Abend: Die Peking Ente, deren stilgerechte Zerlegung überwacht wird von ihrem größten Fan. Das Kind im Enten-Paradies.

Peking 1095Peking 1096Peking 1093

Anders als in Deutschland im Chinalokal isst man in China am liebsten die knusprige Haut. Um diese im gewünschten Knusprigkeitsgrad zu erhalten, sind eine Reihe von Vorkehrungen nötig. Nach der Schlachtung wird die Ente gerupft, aber nicht ausgenommen, Kopf und Füße werden zunächst nicht entfernt. Mit Hilfe eines kleinen Schnitts am Hals wird nun die Haut aufgeblasen wie ein Luftballon, damit sie sich vollständig vom Fleisch trennt. Dann zieht man mit Hilfe eines Schnitts unterhalb des Flügels die Innereien heraus und trennt schließlich die Füße ab. Anschließend landet die Ente an einem Haken, wird mit kochendem Wasser überbrüht, gewürzt, mit Honigwasser bestrichen und schließlich zum Trocknen weggehängt.

Die deutschen Gäste an diesem Abend verdrängen erfolgreich den Gedanken an diese Prozedur, schließlich ist die Ente in Nordchina Nationalgericht. Auf Wunsch des reiseerfahrenen Gastgebers serviert man den Deutschen auch das Fleisch – das heißt, man würde servieren, wenn das Kind nicht seine Pole Position am Arm des Personals für die eigenen kulinarischen Bedürfnisse schamlos zu nutzen wüsste. Nach den Entbehrungen im ländlichen China ist offenbar in einem Kindermagen für jede Menge Entenfleisch Platz.

Wie isst man nun stilecht Peking Ente in Peking? Die Entenhautstreifen werden mit Lauch und mit Pflaumensoße beträufelt in hauchzarte Pfannküchlein eingewickelt und als zigarrendicke Röllchen verspeist. Am Schluss wird eine aus den Resten der Ente gekochte Suppe serviert, die man aus der Schale schlürft.

Peking 1097Peking 1101

Peking, Stadt aus Beton und Pappmache

Peking Qianmen

Qianmen, das Viertel rund um das Qianmen Tor, liegt gleich hinter dem Platz des Himmlischen Friedens (oder Tian’anmen Square). Bis kurz vor den olympischen Spielen 2008 konnte man hier das dörflich geprägte Pekinger Leben in den Hutongs, den Gassenvierteln, bestaunen. Mao haben die Gassen überstanden, nicht jedoch Chinas eisernen Besen auf dem Weg zur neuen Weltmacht.

Peking 1300Peking 1341

Die Hauptstraße wurde komplett abgerissen, um darauf Häuser im chinesischen Stil zu errichten, in denen jetzt H&M oder Zara residieren (in China übrigens Luxusmarken, ein Kleid hier kostet das drei- bis vierfache von einem maßgeschneiderten Seidenkleid auf dem Markt).

Peking 1330Peking 1329

Für Chinesen ist diese Veränderung jedoch nicht schmerzhaft. Häuser abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen gehört hier seit Jahrhunderten zur Kultur – wer seine Ahnen ehrt, reißt ihre Häuser ab und baut sie größer und schöner wieder auf.

Peking 1325Peking 1027Peking 1033Peking 1034

Um den touristischen Bedürfnissen der Millionen von Peking-Besuchern zu entsprechen, fährt seit kurzem auch wieder die historische Straßenbahn die Einkaufsstraße von Qianmen hinauf. Für eine Summe, in der ich in Berlin locker mit dem Taxi von Schöneberg zum Potsdamer Platz fahren kann, erkaufen wir uns jeweils ein Ticket für die fünfminütige Fahrt.

Peking 1053

Vorbei an den Hausfronten, die aussehen wie geformt aus Pappmache, auch wenn ihre Mauern aus Beton gegossen sind, rumpeln wir im Schritttempo über den Boulevard.

Peking 1042Peking 1043Peking 1049Peking 1046

Nur ein paar Querstraßen weiter befindet sich eines der letzten Hutong-Viertel um den Platz des Himmlischen Friedens. Dass es bald weichen wird, steht bereits fest.

Peking 1307Peking 1318Peking 1311Peking 1316Peking 1313Peking 1314

Peking 1063

Skorpion am Spieß

Wenn eines im neuen China gewiss nicht passieren wird, dann ist es, dass den Reisenden der Hungertod ereilt. Aus alter Furcht vor (wohlbekannten) Mangel sorgen die Chinesen schon dafür, dass es an jeder Ecke etwas zu knabbern, lutschen, kauen gibt – im Notfall ist ein Geschäft mit Instantnudeln nie weit. (In der Regel kann man auch mitten in der Nacht an ein Privatgeschäft klopfen, der obligatorische Bewacher wird einem Hungrigen für ein paar Münzen immer etwas verkaufen.)

Wer in Peking jedoch wirklich überraschende Geschmackserlebnissen hinterherjagt, dem sei der Wangfujing Food Market empfohlen. Verkostet schmecken geröstete Heuschrecken übrigens wie Chips, und auch Regenwürmer und Skorpione verlieren an Schrecken, wenn sie gegrillt auf Holzstäbchen stecken. Wem das zuviel ist, nimmt statt Seepferdchen eben kandierte Früchte am Spieß.

Peking 777Peking 778Peking 785Peking 779Peking 787

Übrigens sind solche Delikatessen auch in Nordchina auf dem Speiseplan unbekannt und dienen vor allem als Touristenattraktion. Die chinesischen Touristen, ihren Gesichtszügen nach aus den nördlichen Provinzen, schütteln sich jedenfalls und lachen, als sie die Würmer an diesem Snackstand auf den Spießen zappeln sehen.

Peking 790Peking 794Peking 797Peking 799

Die singenden Revolutionäre des Himmels

Peking 976Peking 980

Da Peking im Vergleich zu chinesischen Kulturstätten nicht reich an religiösen Symbolen ist, wird in der neuen Zeitrechnung jeder Tempel zur Touristenattraktion. Der schönste von allen ist der Himmelstempel, wenngleich die Zahl der Besucher die tägliche Dosis göttlicher Inspiration bei weitem übersteigt.

Viel lohnender als das besonders zur Mittagszeit an Disneyland erinnernde Tempelgelände ist der Park, der sich daran anschließt. Hier treffen sich Pekings Pensionäre jeden Morgen ab sieben Uhr, um gemeinsam traditionelle chinesische Weisen einzustudieren. So zupfen, singen, tanzen sie in einer wilden Kakophonie der Töne im Kampf mit der Langeweile in der großen Stadt.

Weil es keine Kleinkinderbetreuung in China gibt, werden die Alten mit der Geburt des ersten Kindes in die Stadt geholt. Doch sobald die Grundschule mit ihrem straffen Programm bis in die Abendstunden beginnt, sind die Großeltern zur Tatenlosigkeit verdammt. Weshalb es viele von ihnen in die dörfliche Idylle im Park am Tempel des Himmels zieht.

Peking 1001

Nach dem Mittagessen formieren sich Arbeiterchöre in Maokluft zum revolutionären Gesang. Die Squaredancefreunde frönen ihrem Hobby zu sphärischen popmusikalischen Klängen. Und wer eben noch sang, schwenkt nun sein buntes Seidentuch. Dazwischen bringen die allgegenwärtigen Straßenhändler Laserpistolen und ferngesteuerte Delphine an den Mann.

Peking 998Peking 1010Peking 1005Peking 1002Peking 1023Peking 1020